Yogapraxis: Wie dehnt man richtig?

Trotz Dehnübungen werden die Muskeln nicht flexibler?

Vielleicht kennen Sie das auch: Sie haben verkürzte Muskeln, z.B. durch Mangel an Bewegung oder auch intensiven Sport wie Lauftraining, Fitnessstudio etc. Oder Sie sind durchschnittlich beweglich und haben sogar schon mal einen Yogakurs gemacht und üben auch hin und wieder. Und trotzdem haben Sie das Gefühl es geht nicht oder kaum weiter!

Hierfür kann es mehrere Gründe geben. Beachten Sie doch einmal folgendes:

  • Erste Voraussetzung ist natürlich, der Muskel sollte aufgewärmt und gut durchblutet sein. Andernfalls reißen die kleinen feinen Muskelfasern, Sie bekommen Muskelkater und der Muskel ist anschließend kürzer als vorher.
  • Jeder Muskel reagiert auf Dehnung zunächst mit dem Dehnreflex – er spannt an um Verletzung vorzubeugen.  Gehen Sie deswegen  sanft in die Dehnung hinein. Suchen Sie die Position, in der die Dehnung noch angenehm ist, eine Weile verharren und tief atmen (oder  Ujjayi-Atmung anwenden) und “ent-spannen“. Wenn der Muskel sich entspannt und loslässt, dann können Sie weiter in die Asana hinein.
  • Vermeiden Sie energisches sich Hineinziehen in die Dehnung. Auch wenn Sie mit Gurten arbeiten, diese sollten nur zur Unterstützung dienen. Sich in die Dehnung hineinzerren ergibt wie oben, feine Risse, Muskelkater, Muskelverkürzung. Das gleich gilt für zu langes intensives Dehnen. Dies reizt den Muskel ebenfalls.
  • Üben Sie regelmäßig Tiefenentspannung, Meditation oder Pranyama. Damit senken Sie die allgemeine Muskelspannung (den Muskeltonus). Außerdem trainieren Sie so Ihre Entspannungsfähigkeit.
  • Und zur psychischen Herangehensweise: Nehmen Sie das Dehnen als Loslassen und “Ent-Spannen” wahr. Maxim Kuschpel, Yogalehrer in Berlin hat mal gesagt, sprich nicht von Muskeln als “verkürzt” sondern als “nicht fähig loszulassen”. Eine Funkton des Nervensystem wenn man so will.
  • Wer ein gutes Körpergefühl und ein wenig Yogaerfahrung hat, kann die Asanas auch dynamisch üben: Je nach Asana mit dem Ein- bzw. Ausatmen in die Asana hinein und entsprechend mit dem Aus- bzw. Einatmen wieder heraus. So werden die Muskeln besser durchblutet. Immer im Wechsel den Muskel dehnen und lösen. Nur so lange wie es gut tut. Hier gilt ganz besonders: Vorsichtig in die Dehnung hinein und nicht übertreiben!

Übrigens! Muskeln lernen langsam. Regelmäßigkeit und Geduld sind beim Üben die wichtigsten Eigenschaften.

Und nun viel Spaß mit den Asanas…

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